


Bild „Not alone“
Begleittext von „Not alone“ in der Aussstellung
„Siamo fatti d’incontri partners, maestri, animali“
(„Wir bestehen aus Begegnungen mit Partnern, Lehrern und Tieren“)
Kuratiert von Marisa Cortese
Gelb, Schwarz und Violett kollidieren mit expressiver Wucht. Zahlreiche Farbschichten türmen sich auf der Leinwand, mit dem Spachtel aufgetragen. Die Oberfläche atmet Bewegung und Unruhe.
Bei längerer Betrachtung lösen sich aus der Farbdichte zwei Vogelfiguren – eine helle, eine dunkle. Sie schweben einander gegenüber in der Luft, zwischen Welten. Die eine leuchtet in strahlendem Sonnengelb, die andere verharrt in tiefem Kohlschwarz und mattem Aschgrau.
Sind sie Spiegelbilder, die einander das Unsichtbare zeigen – jene verborgenen Anteile, die erst im Gegenüber sichtbar werden? Licht braucht Schatten, um zu leuchten. Schatten braucht Licht, um Form zu gewinnen.
Es ist eine Momentaufnahme im Fluss der Zeit, eingefroren in einem Stadium des Zyklus. Die Geografie ihrer Begegnung bleibt mehrdeutig: Steht sie am Anfang oder am Ende? Ist diese Zuneigung grundlegend – oder bereits vergänglich?
Durch diese Begegnung sind sie geworden, was sie sind. In der Spiegelung erkennen sie sich selbst. Sie sind nicht allein.
Leider bin ich bei der Ausstellung nicht anwesend.

